Theorie: Die Evolution eines Social Media Users

Letztens sagte jemand zu mir „Facebook ist tot, denn auf Facebook sind keine jungen Menschen. Die sind alle auf Snapchat.“ Schade, dass diese Person nicht weiß, dass Sapchat so gut wie tot ist und Menschen, die jung sind, irgendwann es nicht mehr sind. Das Verhalten ändern sich, somit landet jeder irgendwann beim großen Blauen!

Unternehmen und Unternehmer machen sich viele Gedanken bei der Auswahl ihrer Social Media Marketing Maßnahmen. „In welche Plattform sollen wir investieren?“ ist eine Frage, die auch ich oft zuhören bekomme. Je nach Branche höre ich auf meine Antwort „wie wäre es mit Facebook?!“ folgenden Satz: „Ja, aber finden Sie nicht auch, dass die jüngeren Menschen eher auf Snapchat oder WhatsApp unterwegs sind,; auf Facebook ist doch niemand.

Ich weiß nicht, wie man darauf kommt, dass auf Facebook niemand sei? Nur weil ein paar Statistiken in den Staaten sagen, dass Snapchat-User zum größten teil sehr jung sind, bedeutet das nicht, dass auf Facebook niemand relevantes wäre oder, dass diese „Kinder“ auf Snapchat irgendwann doch auf Facebook sein werden.

 

Man kann die Evolution nicht aufhalten

Und genau darum geht es hier; es geht um eine Art Evolution im Verhalten des Menschen im Social Web. Ich habe keine Daten, Statistiken oder Forschungen. Ich schreibe über etwas, was ich aufgrund meiner Erfahrung und meiner Beobachtungen im Social Web gesammelt habe. Meine Quelle bin also ich. Vielleicht irre ich mich total, vielleicht aber auch nur ein wenig. Wer mich kennt, weiss, dass ich total auf Diskussionen stehe und bereit bin mich konstruktiv mit anderen auszutauschen.

 

Am Anfang ist man da, wo die Eltern nicht sind

13 ist das Alter mit dem man wahrscheinlich seine aller ersten Social Web Erfahrungen sammelt. Via WhatsApp chattet man mit Freunden und gibt der Mama immer eine kurze Info über den Tag. Doch in der großen Pause fangen die ersten schon an über eine coole Plattform zu sprechen. Eine Plattform, wo andere 13-jährige sind, wo man „Scheiße bauen kann“, wo man sogar anonym ist und das Wichtigste, wo keine Eltern sind. Willkommen auf Snapchat!

Ab dem Abi wird man anders, man macht viele Ausflüge mit den Freunden, man hat einen gewissen Mode-Stil und Hobbies entwickelt. Man ist weg von dem „Scheißebauen“ und möchte lieber „Fame“ (berühmt) werden. Verstecken will man sich aber nicht, man möchte eine Reichweite bekommen um „Fans“ zu gewinnen. Was ist Snapchat am nächsten? Ja genau, Instagram. Man startet mit Instagram, benutzt Snapchat und Instagram gleichzeitig, und kopiert die gemachten Videos und Fotos von A nach B.

Irgendwann merkt man aber, dass man auf Instagram viel mehr Menschen erreicht, viel mehr Follower bekommt, und genau dann, wenn Follower relevant werden, benutzt man Instagram als Hauptmedium und lässt Snapchat als geschlossene App auf dem Smartphone liegen. Kurz danach erstellt man ein Profil auf Facebook. Genutzt wird es jedoch noch nicht stark; der Nachname bleibt vorerst ein Fake.

Doch dann startet man mit dem Studium…

Doch dann startet man mit dem Studium oder der Ausbildung und beginnt ein wenig an die Zukunft zu denken. Vom „Scheißebauen“ und „Fame werden“ ist man nicht mehr so interessiert. Man will erfolgreich werden, schaut sich Videos von Gary Vaynerchuk an und möchte auf Google gefunden werden. Was macht man also, man erstellt Profile auf Xing und LinkedIn und beginnt Facebook mehr zu nutzen. Instagram bleibt weiterhin, doch es wird eher ein privates Medium, wo man hauptsächlich Fotos von Food, Urlaubsorten oder Einhörnern postet. Facebook wird das primäre Kommunikationsmedium. Man hat nämlich eine Meinung und möchte diese auf Facebook posten. Man weiß auch, dass Facebook öffentlich ist und der zukünftige Chef Fotos und Inhalte sehen kann. Also wird Facebook zwar ein Ort, wo Gedanken und Erlebnisse gepostet werden, doch es ist auch der Ort, wo man sich der Gesellschaft, in der man lebt, präsentiert. Spätestens gegen 30 beschließt man dann Snapchat zu löschen, weil es zu viel Speicherplatz nimmt und man mit damit nichts anfangen kann.

 

Social Web User Evolution

Selbst Philipp Steuer, der Influencer mit dem größten Snapchat-Know-How gibt seine Hoffnung auf. In seinem Artikel hat er auch eine Beurteilung für Unternehmen abgegeben. Ich sah dies schon 2016 kommen, denn solange man nichts messen kann, ist es ein toter Kanal für Advertiser. Und da wo Advertiser nichts machen können, wird auch keine Entwicklung investiert.

 

Fazit:

Snapchat wird weiterhin von jungen Menschen zwischen 14-22 genutzt, denn es hat eine eigene Kultur, die einigen Menschen immer noch sehr attraktiv finden. Doch es kann die Entwicklung von Facebook und Instagram nicht einholen. Des Weiteren ist der Aufbau eines Netzwerks (Followerschaft) sehr schwierig, was für mich der größte No-Go von Snapchat ist. Da das Verhalten eines Menschen sich mit dem Alter verändert, wird sich auch das Verhalten im Social Web verändern. Irgendwann wird jeder socialwebaffine Mensch auf Facebook landen. Die Statistiken werden in der Zukunft wahrscheinlich auch weiterhin eine Steigerung der Nutzer über 40 zeigen, doch das ist nur ein Zeichen dafür, dass die Menschen auf Facebook bleiben, und der große Blaue zum Internet der Zukunft wird und irgendwann die digitale Kopie der Weltbevölkerung sein wird.

Wollen wir wetten? 🙂

 

LG, Burak!

Autor: Burak Görmez

Social Media Marketing Berater bei der nexum AG in Köln. Dozent an der Hochschule Fresenius. Mitglied beim BVCM und fanatischer Onliner.

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