Social Media

Ein fiktives #goodlife im Social Web

Das Social Web bietet die Möglichkeit ein fiktives Leben darzustellen, ein Leben mit teuren Kleidungen und Autos, ein Leben ohne Arbeit, ein Leben wie Mr. Goodlife!

Ich denke viele junge Menschen, besonders die auf Facebook, kennen die Seite Mr. Goodlife. Diese Seite ist voll mit Fotos von Models, Männern in guten Anzügen, Luxushäusern, Frühstück am Wasserfall, sexy Frauen in irgendwelchen New Yorker Penthouse Wohnungen, und schönen Menschen in Szene-Cafés in Paris.

Wie auch viele andere finde ich die Fotos von schönen Orten, die sie zum Teil auch posten, einfach nur traumhaft. Es sind wirklich Traumorte, die man wahrscheinlich im Leben nie sehen wird.

Bildschirmfoto 2015-11-30 um 17.27.47

Good Life, das beschreibt diese Fotos am besten. So ein Leben haben nur reiche Menschen…oder Models; Models, die mit reichen Menschen “verkehren“.

Dachte ich…

Würde es nach den Fotos auf Instagram & Co. gehen, haben super viele Menschen in Köln so ein Leben.
Ein Mittagessen bei Vapiano wird zu einem „Mittagessen in Manhattan“, ein Einkauf bei Primark wird zum „Shopping bei Chanel“. Das Auto von Daddy wird als eigenen Auto dargestellt mit einem Schlüsselanhänger von Porsche, obwohl jeder das Skoda Logo auf dem Lenkrad sieht. Man kauft ein Bananen-Bier bei den Rheintrassen, aber gefühlt wird es wie Cognac am Kummersee.

Die Sucht nach dem Goodlife-Feeling ist so hoch, dass alles getan wird, damit  man wenigstens online, ein reiches tolles Leben hat. Ich finde es traurig…
Aber Social Media hilft dabei…
…denn niemand, ausser deine engsten Freunde wissen, was für ein Leben du in Wirklichkeit hast. Es kommt nur darauf an, was du postest. Einen normalen Besuch bei Cinedom postest du nicht, du wartest bist du einen Film im Residenz anguckst. Und auch da geht nicht jeder Film, es muss ein Film sein, der dein „reiches“ Leben entspricht. Zb. James Bond!

Ich sehe das als Social Media Manager zwar ganz entspannt, doch bin manchmal auch sehr verblüfft, wenn ich die kreativen Fotos sehen. Ich wäre froh, wenn ich  ein Foto ein mal im Monat so hinkriegen würde. Besonders die Mädels sind sehr talentiert, wenn es um Fotos geht! Respekt!

 

Die zweite Realität

Mit der Welt des Social Web wurde leider auch eine zweite Realität erschaffen. Eine Realität, indem es cool ist reich zu wirken. Ob es nun so ist oder nicht.

Dieses Verhalten kenne wir alle aus unserer Schulzeit, nur hat es mit dem Social Web eine neue Form bekommen.

Niemand weiss, dass man ein Kellner ist, niemand weiss, dass man in einer 1-Zimmer Wohnung wohnt, oder sogar noch bei den Eltern. Die Menschen wissen nur das, was man postet. Und wenn man „so tut als ob…“ dann ist man das auch. Hauptsache man bekommt viele Likes, Follower, und genug Anerkennung. Aber ist diese Anerkennung denn real? Man hat ja nichts getan, als so zu tun als ob?! Für große Brüste bekommt man keine Anerkennung, höchstens wenn man ein Playmate geworden ist. Wahrscheinlich geht es auch darum; die Männer wollen Börsenmakler und die Frauen Models/Playmates werden. Beide Menschentypen passen auch zueinander.

Es möchte keiner Polizist, Feuerwehrmann, Arzt oder sonst etwas sinnvolles werden. Man will das Leben von den Reichen. Und da die kreativen Möchtegern-Reichen in der Schule nicht aufgepasst haben, versuchen sie erst gar nicht so ein Leben aufzubauen, sie bauen lieber ein fiktives Leben im Social Web auf.

Es ist ja gut, so lange man tut „als ob man so ist“.

Träumend plant der Geist seine eigene Wirklichkeit.

 

 

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