Party-Werbung auf Facebook

Party-Veranstalter nutzten früher nur Flyer, Plakate und Mundpropaganda, doch heute muss man mehr machen. Vor allem Social Media Plattformen wie Facebook eignen sich  besonders gut um Partys bekannt zu machen. Einige Strategien, die  sie dabei nutzen passen jedoch nicht immer zu den Facebook Richtlinien.

Unterhaltung benötigt jeder Mensch.

Es hilft einem dabei vom monotonen Alltag weg zu kommen und Stress abzubauen. In welcher Form die Unterhaltung statt findet ist völlig egal. Für die Einen ist es ein Theater, für andere ein DVD-Abend mit Freunden, und für andere natürlich Partys.

Die Erschaffung eines neuen Party-Konzepts und die erfolgreiche Etablierung in die Party-Szene ist eine sehr spannende Geschichte. Kommt dabei auch etwas Geld rum, ist man natürlich besonders zufrieden. Doch wie jedes Produkt benötigt auch eine Party sehr viel Werbung um in der Einführungsphase positiv abzuschneiden. Schafft man es mit drei Partys nicht Erfolg zu haben, kann es an folgenden Gründen liegen:

  1. Der Veranstalter hat einen schlechten Ruf
  2. Das Konzept ist (noch) schlecht
  3. Das Konzept wird nicht richtig durchgeführt
  4. Schlechtes Marketing

In diesem Beitrag möchte ich auf Punkt vier eingehen. Mir geht es jedoch nicht um das allgemeine Marketing, sondern um das Marketing auf Facebook, wenn man es überhaupt Marketing nennen kann, was einige dort machen.

Ich habe während meiner Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann die Basis des einfachen Marketings gelernt. Wer nicht weiß, was ein Marketing-Mix ist, wird es natürlich schwer haben eine Party zu bewerben. Denn nur mit Mundpropaganda schafft man es höchstens ein paar Mal Erfolg zu haben; irgendwann werden die eigenen Freunde und deren Freunde nicht mehr kommen. Man muss eine Party so aufbauen, dass ihr eigener Ruf sie fünf Jahre trägt.

Natürlich sollte man Mundpropaganda nicht unterschätzen. Mundpropaganda ist das, was die Party im ersten Jahr auf den Beinen hält. Insbesondere wenn es sich um Veranstalter handelt, die in der Party-Szene sehr bekannt sind . Diese nutzen fast nur  Mundpropaganda (jedoch auch via Facebook) und schaffen es jedes Mal eine Party mit toller Stimmung zu zaubern. Doch wie oben schon erwähnt, schafft man dies auf die Dauer nicht regelmäßig.

Jede Party muss einen Grund bringen sie besuchen zu müssen. Kann man die Frage „Warum sollte man meine Party besuchen?“ nicht beantworten, muss man das Konzept ändern.

Wenn man jedoch mit seinem Konzept zufrieden ist, und mit der Promotion beginnen möchte, sollte man es richtig machen. Ich möchte nicht als Lehrer fungieren, doch als Social Media Liebhaber, ist es mir wichtig, dass jede Plattform korrekt benutzt wird. Vor allem eine Plattform wie Facebook hat natürlich seine Richtlinien.

Was sind die ersten Schritte?

Als erstes sollte man sich überlegen, welche Zielgruppe man ansprechen möchte und wo sie überhaupt ist. Viele der Kölner Party-Veranstalter beginnen auf Facebook mit ihrem Marketing, was definitiv nicht falsch ist. Facebook ist mit seinen rund 27,38 Mio. aktiven Nutzer in Deutschland eine sehr attraktive Plattform und bietet (eigentlich) tolle Möglichkeiten um ein Produkt zu präsentieren. Ich benutze mit Absicht das Wort „eigentlich“, denn es kommen Januar 2015 Erneuerung,  auf die ich noch eingehen werde.

Jede Party benötigt eine Fanpage, denn eine Fanpage bietet mehr Möglichkeiten an als ein Profil. Wichtig ist es alle notwendigen Felder auszufüllen, vor allem die Impressumspflicht sollte man in Deutschland nicht unterschätzen.

Fake-Profile für die Bewerbung von Partys zu nutzen ist gegen die Facebook-Richtlinien, außerdem bringt es keine Vorteile. Was soll man mit solchen Profilen machen? Potentielle Gäste anschreiben? Die willkürlich gesammelten Freunde zu einer Party einladen, die sie vielleicht gar nicht interessiert? Oder diese sogar in eine Gruppe packen, um die dann penetrant zu belästigen?

Es gibt sehr viele Tools, die bei diesem Spam-Fetischismus helfen, doch was bringt es? Natürlich nichts. Es bringt überhaupt nichts. Die Zahl der „Eingeladenen Freunde“, sowie die „Zusagen“ bleiben nur Zahlen. Man müsste schon eine Quote berechnen um heraus zu bekommen, ob die Anzahl der Zusagen überhaupt etwas zu bedeuten hat in der Party-Szene. Doch von so einer Formel habe ich noch nichts gehört. Es ist alles nur Digital. Eine Täuschung.

Statt mit Fake-Profilen zu arbeiten könnte der Veranstalter mit seinen Freunden und deren Freunden Menschen zu seiner Fanpage einladen. Wer interessiert ist, wird ein Fan. Mit der Zeit werden die Fans mehr und mit diesen auch hoffentlich die Anzahl der Gäste, die die Party regelmäßig besuchen. Wenn man alles richtig macht, wird dies auch so sein. Gäste, denen die Party gefällt kann man auf die Fanpage aufmerksam machen und einladen ein Fan zu sein. Es ist wichtig den Kontakt zu den Gästen nicht zu verlieren.

Wenn Schritt eins, die Erstellung einer Fanpage ist, müsste Schritt zwei der Aufbau der eigenen Community sein. Community wäre in diesem Fall die Zielgruppe. Wie das funktioniert ist theoretisch einfach, nur in der Praxis wird es manchmal sehr schwierig.
„Content“ ist hier das Zauberwort. Content ist das Englische Wort für Inhalt. Der Inhalt einer Fanpage muss definitiv den Interessen, der Fans (Community=Zielgruppe) angepasst werden. Guter Content ist hierbei das Wichtigste. Wie ein guter Content aussieht, entscheidet dieses Jahr noch die Community, doch ab Januar scheint der Facebook-Algorithmus zu entscheiden, was guter Content ist. Mehr dazu kommt gleich.

Es schadet nicht das Konzept mit guten Beiträge (Text+Grafik) regelmäßig zu erzählen oder mit News und Trends rund um die Party-Szene zu informieren. Sehr gut kommen natürlich Aufnahmen von der Party an, seien es Bilder oder Videos.

Da die Sucht nach Likes und Veranstaltungs-Zusagen leider besteht und man natürlich mehr Menschen erreichen möchte, nutzt man gerne den Facebook Werbeanzeigenmanager. Dieser bietet tolle Funktionen an um die entsprechende Zielgruppe zu erreichen. Doch auch hier muss man seine Zielgruppe kennen, und da kommt man nicht drum herum sehr oft einfach nur zu experimentieren. Leider wird hier vieles falsch gemacht. Das bloße Hervorheben eines Beitrags ohne die genaue Anpassung der Zielgruppe hat keine messbare Wirkung auf die Party. In der amerikanischen Version von Facebook kann man mit Hilfe des Graph Search sehr viele Erkenntnisse über die Zielgruppe herausfinden. Eine Betaversion für die deutsche Version von Facebook gibt es schon. Einfach mal ausprobieren.

Guter Content ist eine Frage der Empathie zur Zielgruppe bzw. zu seiner Community auf Facebook. Die Community möchte als Fan einer Party-Fanpage bis hin zur Party unterhalten werden. Eine andauernde Bewerbung der Party führt zu keiner Befriedigung der Community noch zur Steigerung der (richtigen) Fans.

Schritt drei wäre das Hervorheben der Beiträge auf der Party-Fanpage, doch genau hier gibt es bald ein Problem. Facebook hat in seinem Newsroom veröffentlicht den Algorithmus für hervorgehobene Beiträge und Werbeanzeigen ab Januar 2015 zu ändern. Facebook behauptet in seinem Artikel, dass die meisten Beiträge, die die Nutzer als zu kommerziell sehen, von Fanpages stammen, die sie eigentlich geliked haben. Aus diesem Grund wird nur noch der hervorgehobene Content den Fans dargestellt, die die Fans laut Algorithmus interessieren könnte. Das bedeutet, das Fanpages von Partys, die generell keinen guten Content publizieren, weniger Reichweite haben werden als bis Dato.

Laut dem Artikel News Feed FYI: Reducing Overly Promotional Page Posts in News Feed im Facebook Newsroom, werden Beiträge als zu kommerziell gesehen, welche:

  1. Einen nur dazu drängen ein Produkt zu kaufen oder eine App zu installieren.
  2. Einen nur dazu drängen an irgendwelchen Promotion-Aktionen oder Gewinnspielen ohne Zusammenhang mit einander, teilzunehmen.
  3. Nur Beiträge darstellen, die die gleichen Texte wie Anzeigen verwenden.

Im letzten Absatz vom oben genannten Artikel sagt Facebook eigentlich alles: „The idea is to increase the relevance and quality of the overall stories – including Page posts – people see in their News Feeds

Facebook setzt auf Qualität und das erwartet Facebook auch von seinen Kunden, die Facebook als gewerblichen Zweck nutzen möchten. Dazu zählen auch die Party-Veranstalter, die durch ihre Partys noch lange Geld verdienen möchten.

Facebook wird in der Zukunft sehr wahrscheinlich nicht lockerer. Schon jetzt werden Profile, die gewerblich genutzt werden in Fanpages (ohne Frage) umgewandelt. Obwohl ich einige Deejays und Veranstalter gewarnt habe, habe einige es riskiert und jede Woche bereuen es immer mehr von ihnen. Annette Schwindt von schwindt-pr hat es in Ihrem Artikel „Probleme mit erzwungenen Profilumwandlung bei Facebook“ erklärt. Einfach mal reinschauen.

Wer seine Party erfolgreich bewerben möchte muss viel Zeit investieren.

Keine einzige Frage über die Zielgruppe und das Produkt darf offen bleiben bevor es los geht. Welche Strategie man benutzt hängt vom Veranstalter und seiner Vision ab. Man sollte einfach ausprobieren und beobachten um Fehler schnell beheben zu können. Spam ist definitiv ein No-Go. Niemand will genervt werden. Muss man einen partyfreudigen Menschen (mit Geschenken, freiem Eintritt, freie Getränken) „nötigen“ zur eigenen Party zu kommen, der eigentlich sogar ein potenzieller Gast wäre, muss man sich sehr starke Gedanken machen, was man falsch macht. Denn diese Angebote sollten nicht die Gründe sein eine Party zu besuchen. Ein Club kann so etwas anbieten, aber ein Veranstalter muss andere Argumente für seine Party sprechen lassen.

Zitat eines Unbekannten:

Die Werbung aufzugeben ist wie die Zeit aufzugen um Zeit zu sparen!

 

 

Cracked-Facebook-Logo

 

Autor: Burak Görmez

Social Media Marketing Berater bei der nexum AG in Köln. Dozent an der Hochschule Fresenius. Mitglied beim BVCM und fanatischer Onliner.

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